Sammelsurium

Gespräche in der realen, virtuellen, imaginären Welt mit Erwachsenen, Kindern und anderen Wesen.

Spinnen


„Spinnen im Haus sind ein Indikator für besonders gutes Raumklima.“

„Ach wirklich? Ich werde Sie sanft daran erinnern, wenn ich Sie in den kommenden Tagen morgens eingesponnen als Nahrungsreserve im Bett finden werde.“

Zigeunerschnitzel

„Wenn Sie was gegen Zigeunerschnitzel haben, dann müssten Sie sich doch auch über ein Jägerschnitzel aufregen, Frau Müller!“

„Nun, ich glaube nicht, dass Jäger aufgrund ihres Jägerseins in Ausschwitz vergast worden sind, oder?“

Selbstgespräche


„Mit wem reden Sie da eigentlich die ganze Zeit, Frau Müller?“

„Na mit mir selbst. Danach fühle ich mich immer so wohlwollend angenommen und kompetent beraten.“

Anstand


Kind: „Was ist denn Anstand?“

Ich: „Er sagt dir, ganz tief in dir drin, was in einer bestimmten Situation gut und richtig ist.“

Kind: „Versteh ich nicht.“

Ich: „Beispiel: Du hast mir doch letztens erzählt, dass du die XY so gar nicht leiden magst.“

Kind: „Ja, die ist immer so gemein zu mir. Aber auch zu den anderen Kindern. Die lade ich bestimmt nie zu meinem Geburtstag ein.“

Ich: „Jetzt stell dir vor, du siehst, wie sie aus der Tür rennt, hinfällt und sich ganz arg weh tut. Was machst du dann?“

Kind: „Ist doch klar, ich renn hin und helfe ihr. Und ich schrei auch noch nach Hilfe.“

Ich: „Und warum machst du das? Du magst sie doch nicht?“

Kind: „Was hat denn das damit zu tun?“


Eben.

Alles da. Wir müssen es nur behüten, wässern und nähren.

Kiffen


„Warum ist Cannabis immer noch verboten?“

„Na ja, vielleicht, weil man bekifft keine Lust auf sinnloses Shopping, politisches Gedöns, Krieg, Gewalt und all so ein Zeugs hat.“

Maske


„Warum trägst du keine Maske?“
„Mein Gehirn bekommt dann keinen Sauerstoff.“
„Ich glaube, der Zug ist schon vorher abgefahren.“

Sterben, so oder so.


„Ach, hören Sie doch auf, Frau Müller! Die meisten Coronatoten hatten doch Vorerkrankungen und wären eh bald gestorben.“

„Ja sicher, einige schon. Aber sie wären nicht elendig und alleine auf Intensivstationen verreckt, sondern wären vielleicht zuhause, im Kreis ihrer Lieben oder liebevoll begleitet in einem Hospiz gestorben. Und sie hätten vielleicht noch genug Zeit gehabt, einiges zu regeln und/oder in ihrem Sinne abzuschließen. Sich zu verabschieden. Das macht ja wohl schon einen Unterschied, oder? Oder!?“