Sammelsurium

Gespräche in der realen, virtuellen, imaginären Welt mit Erwachsenen, Kindern und anderen Wesen.

Bitch

 „Ey bitch, kannste mich mal in Ruhe lassen!“
 
„Alter, noch so einen Spruch und ich nagle dich an die Wand. … … … Ähm … Moment, hast du mich gerade um Jahrzehnte jünger gemacht? …Bitch …. Wie süß bist du denn, Schnuckelchen.“
 
Es war irgendwie nicht wirklich deeskalierend. 

Sommer 2020

„Ich komme dann morgen zu dir.“

„Klar, kein Problem. Wir sitzen aber im Garten.“
 
„Wieso im Garten? Wegen Corona? Das ist doch dämlich. Alles nur Panikmache.“
 
„Und die hunderttausend Toten weltweit?“
 
„Alles nur Märchen und Dummzeugs. Wer selbst denken kann, glaubt so ein Zeugs nicht. Ich hielt dich bisher wirklich für intelligenter.“
 
„Lass mich kurz nachdenken. Warst du nicht diejenige, wegen der wir letztes Jahr unser Weiberessen verschieben mussten, weil an dem geplanten Tag Uranus quer zu deinem Mond in den Fischen stand? Oder der wir seit Jahren den Einkauf mitbringen mussten, weil du niemals, wirklich niemals an einem Freitag dem 13. das Haus verlassen würdest?“
 
„Ähm“
 
„Genau!“
 
Manchmal bekommt man auch noch nach Jahren Einblicke, die überraschen. *grummel

Konsequenz

„Sie gehen nicht ins Schwimmbad, weil da Leute rein gepisselt haben. Sie treffen sich aber abends mit fremden Leuten zur Party in stickigen Räumen. Wissen Sie, was die alles vorher im Mund hatten und was Sie da mit einatmen? Und überhaupt, gerade jetzt?“  

„Wollen Sie mir nun auch noch das bisschen Spaß verderben, den ich in diesen Zeiten habe, Frau Müller?!“

„Neinja.“

„Also, was wollen Sie?

„Konsequenz!“

 „Häh?“

„Seien Sie konsequent, sonst kann ich Sie nicht mehr ernst nehmen. Entweder Sie gehen nicht mehr, oder nur noch hoch geschützt so solchen Veranstaltungen, oder Sie gehen zweimal die Woche mit mir schwimmen. Ihre Entscheidung. Punkt.“

Anspüche

„Habe mich von meiner Freundin getrennt. Die war zu dick, aber sonst okay.“

„Ähm, soll ich dir mal Waage und Spiegel leihen?“

Ausreden

„Du solltest mal eine Kur machen.“
 
„Das geht doch nicht. Ich kann doch meinen Mann mit den Kindern nicht alleine lassen!“
 
„Aber seine Schuhe kann er schon alleine binden, oder?“

Niveau, unter Teppichkante

 „Gibt es denn keine geileren Fotos von dir?“

„Welches hättest du gerne? Eins vom fertigen Abwasch oder eins von den geputzten Fenstern?“
Es gibt so Menschen, da könnt ich einfach zuschlagen. ... ... ... ... Also, den Messenger natürlich ... ... ... Zuschlagen, ähm, abwürgen, ... ... wegkicken ... ne, wegklicken ... also schließen. Ja, schließen, meinte ich. Den Messenger.
🤦‍♀️

Der Bewahrer

„Ich bin halt ein Konservativer, Frau Müller!“
 
„Heißt?“
 
„Ich will bewahren, was gut und richtig war und ist.“
 
„Okay. Gut und richtig sind immer kontextabhängig. Meint Zeit, Ort, Betrachter. Oder einfacher: Wer, wann, wo, warum. Wer bestimmt darüber was gut und richtig ist, an welchem Ort, in welchen historischen Zusammenhang, mit welcher Intention.“
 
„Na, jetzt werden Sie aber pampig Frau Müller!“
 
„Noch einfacher: Sie wollen bewahren, was gut und richtig ist. Also, wer entscheidet denn darüber was nun gut und richtig ist?“
 
„Na, ich!“
 
„Eben, das meinte ich doch.“ *andenkoppklatsch