„Wir haben alle unsere alten, bösen Geister in uns. Wie
handhaben Sie die Ihren, Frau Müller?“
„Ich schaue ihnen beim Schaulaufen zu und ab und an trinken
wir ein Tässchen Tee zusammen.“
Sammelsurium
Gespräche in der realen, virtuellen, imaginären Welt mit Erwachsenen, Kindern und anderen Wesen.
Mond
„Sie sind doch so ein friedliebender Mensch, Frau Müller!
Ihr Mond steht ja auch in den Fischen.“
„Sorry, dieser Mond ist mittlerweile eine blutrote Sonne und
die Fische gingen an Land und verwandelten sich in gewalttätige Bestien!“
*Damit war der Dialog beendet und ich geblockt. Sind halt
sensible Seelchen.
Dumme Anmache
„Heidemarie, ich finde dein Profil und deine Texte so
ansprechend!“
„Ähm, entweder sind Sie besoffen oder einfach unverschämt
dämlich.“
„Warum denn gleich so unfreundlich?“
„Wenn Sie nicht mal meinen Namen richtig lesen können …“
„Du bist vielleicht pingelig. Was sind schon Namen.“
„Sie meinen Schall und Rauch? Nun, das sind Sie hier und
jetzt und überhaupt auf alle Fälle für mich.“
Denn Schwall an grenzüberschreitenden Schimpfwörtern, der
dann noch folgte, wiederhole ich hier nicht. So schnell konnte ich gar nicht
auf geblockt drücken, wie der sie raushaute.
Manchmal ist es nervend. Aber, immerhin war ich
ausgesprochen freundlich.
Irrtum
"Sie gucken Filme mit Kopfhörer auf, Frau
Müller?"
"Ähm ja. Sieht man doch. Manchmal brauche ich es laut
und will die Nachbarn nicht verstören."
"Ah, Musikfilme!"
"Ne, hardcore Horror, Trashfilme mit viel Blut,
Gemetzel und kreischenden Wesen."
*Anmerkung -> Sein Schubladensystem scheint gerade
donnernd zusammengekracht zu sein.
Verquerter Optimismus
„Die Klimakrise wird weite Teile der Erde für Menschen unbewohnbar
machen.“
„Bis dahin wird die Technik soweit sein, dass wir in
sicheren Enklaven auf der Erde oder im Weltraum leben können.“
Wen meint der bloß mit dem „Wir“?
Das Wir.
„Frau Müller, wollen wir einkaufen?
„Nein.“
„Wir könnten spazieren gehen?“
„Nein.“
„Ein wenig zusammen im Garten sitzen?“
„Nein.“
„Wir könnten auch in die Eisdiele gehen?“
„Nein.“
„Wie kindisch Sie sind, Frau Müller. Wohl noch in der
Trotzphase!“
„Oh, der Herr braucht Schubladen?! Nehmen Sie doch statt Trotzphase
einfach den Altersstarrsinn. Die ist ja noch ganz jungfräulich. Die Schublade.“
„Jetzt mal ernsthaft, was stört Sie denn an meinen
Vorschlägen?“
„Sie wollen es ernsthaft? Wirklich? Also gut: Mich stört an
all Ihren Vorschlägen schlichtweg das vorbehaltlos und wie selbstverständlich
gesetzte Wir.“
Kerzen und Klatschen
"Stellen Sie heute auch ganz, ganz viele Kerzen ins
Fenster, Frau Müller?"
"Oh, hat da jemand aus dem Parlament etwa gerade in die
Kerzenherstellung investiert?"
"Frau Müller! Das ist böse und zynisch!"
"Ja. Das mit den Gedenkkerzen ist sowas von zynisch und
böse."
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