Sammelsurium

Gespräche in der realen, virtuellen, imaginären Welt mit Erwachsenen, Kindern und anderen Wesen.

Gibt es nicht


„Den Virus gibt es doch gar nicht.“

„Wie kommst du denn auf den dünnen Ast?“

„Also, ich kenne niemanden, der den Virus hatte. Also gibt es den nicht.“

„Ähm. Ich kenne auch niemanden aus Petersburg. Dann gibt es diese Stadt wohl gar nicht.“

„So kann man doch nicht argumentieren, Frau Müller!“

„Exakt.“

Ich stelle fest: Mein Dialogwillen erreicht eindeutige seine Grenzen.

Datenschutz


„Ich musste heute im Restaurant meine Kontaktdaten hinterlegen. Eine Unverschämtheit! Wir werden ausspioniert!“

„Okaaay. Das schreibst du mir gerade auf Facebook. Von deinem Handy aus.“

Wo leben wir denn?


„Wir leben in einer Diktatur! Deshalb habe ich gestern dagegen demonstriert.“

„Du lebst aber noch, oder?“

„Klar.“

„Bist körperlich unversehrt und nicht im Knast?“

„Ja sicher.“

„Deine Familie wurde auch nicht wegen deiner Teilnahme an der Demo von Polizei oder anderen Staatsorganen behelligt?“

„Natürlich nicht!“

„Und du kannst auch offen und frei über deine Teilnahme in den sozialen Medien und in deinem sozialen Umfeld berichten?“

„Also hör mal, natürlich! Wo denken Sie, leben wir denn?“

„Eben! Wir leben ganz, ganz sicher nicht in einer Diktatur!“

Duft


„Es liegt was in der Luft.“

„Könnten wir bitte zumindest während des Frühstücks
auf das Thema Corona verzichten!“

„Ich meinte, den milden Duft des Frühlings, verdammt.“

Aprilscherz


„Draußen scheint die Sonne und es ist richtig warm!“

„Ja klar, erster April und so.“

„Warum sind Sie nur immer so negativ, Frau Müller?“

„Weil ich, während Sie noch gepennt habe, schon in der Kälte bibbernd mit Hundi Gassi war. Außerdem habe ich von meinem Fensterplatz aus einen direkten Blick auf die trüben Wolken da draußen.“

„Fantasie, Frau Müller, Ihnen fehlt es einfach an Fantasie!“

„Und Sie sind Fakten resistent. Aber gut, wenn Sie meinen, es sei mild und sonnig draußen, dann dürfen Sie heute den Hof kehren und die Stühle abwaschen, damit wir dann gemütlich draußen sitzen können.“

„Ähm, so habe ich das jetzt aber nicht gemeint.“

„Ich aber schon. Und das ist kein Aprilscherz. Also, die Bermudas an und raus mit Ihnen.“

Gesellschaftliche Highlights in Zeiten der Quarantäne


„Oh, Sie haben sich ja richtig chic gemacht. Wo geht es denn heute hin?“

„Ich stell nachher die Mülltonnen raus.“

Hört auf mit 2015


"2015 darf sich nicht wiederholen!"

"Ähm, was war nochmal 2015 so Schlimmes in unserem Land passiert?"

"Na, die Millionen Flüchtlinge bei uns!"

"Und? Was hatte das denn für konkrete negative Folgen für dich? Also, Sachen, die es vorher nicht auch schon gab und dir unterm Arsch brannten?"

"Äh. Ja. Nun... Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit ... und so was."

"Ach, die gab es vorher nicht?"

"Sie verstehen gar nichts, Frau Müller!"

"Stimmt, ich verstehe dich nicht. Aber, da ich ja keinen Auftrag von dir habe und somit nicht deine Therapeutin bin, muss ich das zum Glück auch nicht."


*Anmerkung
Ich kann das Gerede von dem schrecklichen 2015 nicht mehr hören. Es ist reine Propaganda. Und auch die Linken bedienen mittlerweile diese Schiene. Klartext: Es ist nichts Schreckliches 2015 in der BRD passiert. Gar nichts. Außer, dass sich deutsche Waffenexporte erhöht hatten, die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter geöffnet hat und Nazis Angst-Legenden aufgebauten, die ihnen dann Stimmen und Wähler zugespült haben.